Diegten

Bewirtschafter:
Hans Häfelfinger
Chilpen
27 Bäume, 16 Obstsorten

 Sortenliste:

Äpfel 

  • Ananas Reinette
  • Basler Winterapfel
  • Boiken
  • Bühlers Erdbeerapfel
  • Damason Reinette
  • Desrosiers
  • Graue Französische Reinette
  • Minister Hammerstein
  • Support
  • Winterzitrone
  • Zabergäu Reinette
  • Züriapfel

Kirschen

  • Gelterkinder
  • Muskateller
  • Sauerhäner
  • Schauenburger
  • Schumacher

Um von einer bestimmten Sorte aus dem Sortiment Äpfel zu erhalten, können Sie das vor der Ernte anmelden, damit Hans Häfelfinger solche Äpfel für Sie beiseite und nicht zum Mostobst legt.

 

    

 Bildbeschreibung:

Links: alter, abgehender Kirschenbaum der Sorte Gelterkinder; hier hat der Specht fleissig Wohnhöhlen gebaut

Mitte: neu gepflanzter Hochstammbaum

Rechts: Stamm eines jungen Baumes, der vom Rillenvirus befallen ist

Unten: Fruchtende Apfelbäume

Im Gespräch mit Hans Häfelfinger, dem Bewirtschafter unserer Sortengärten in Diegten und Reigoldswil (Mitteilungsblatt 2006)

Hans Häfelfinger arbeitet an der Erhaltung alter Obstsorten seit den Anfängen der Kantonalen Obstsortensammlung BL, aus der im Jahr 1997 der Verein EDELCHRÜSLER entstanden ist, mit. In den ersten Jahren vertrat er die Baselbieter Obstproduzenten im Vorstand. Seit 1997 pflegt er den Sortengarten am Chilpen bei Diegten und seit 2000 zudem unseren Baumgarten in Reigoldswil.
An den jährlichen Rundgängen auf den Sortengärten des Vereins zeigte sich der Standort Diegten als vorbildlich gepflegt. Es freut uns, mit diesem Standort die Serie der Vorstellung unserer Sortengärten weiter zu führen. Im Obstgarten am Chilpen stehen 27 Bäume mit 16 Obstsorten.
Der Hof an der Hauptstrasse 71 in Diegten ist seit mehreren Generationen im Besitz der Familie. Hans Häfelfinger hat den Hof im Jahr 1981 von seinen Eltern übernommen und führt diesen als Vollerwerbsbetrieb. Seit 1993 betreibt er diesen als kontrollierten Bio-Betrieb mit der Knospe von Bio Suisse.

EDELCHRÜSLER: Am 6. März 1997 hast Du die Bewirtschaftungsvereinbarung mit dem Verein Edelchrüsler abgeschlossen und zu den neun schönen alten Bäumen sechzehn junge gepflanzt. Wie hat sich der Obstgarten in den vergangenen 12 Jahren entwickelt?

Hans Häfelfinger: Alle jungen Bäume haben diese ersten Jahre überlebt und zeigen ein kontinuierliches Wachstum. Aufgrund der am Chilpen typischen Standortbedingungen mit meist flachgründigem Boden und dem geringen Nährstoffangebot sind die Bäume jedoch noch nicht sehr gross geworden.

Wie geht es den damals frisch gepflanzten Obstbäumen heute?

Sie sind gesund und entwickeln sich wie gesagt dem Standort entsprechend gemächlich. Als eine gewisse Konkurrenzsituation erweist sich die Waldnähe, die dadurch sichtbar wird, dass die waldseitigen Äste einen Wachstumsdrang von diesem weg aufweisen. Mit dem gezielten Baumschnitt muss deshalb die gleichmässige Kronenentwicklung gefördert werden.

Welchen Ertrag liefern die nun 12-jährigen Jungbäume und die etwas älteren Bäume vom EDELCHRÜSLER Baumgarten in Reigoldswil?

Dieses Jahr konnte ich am Chilpen einen bescheidenen Ertrag von etwa drei Harassen ernten. In Reigoldswil gab es etwa 500 kg Obst.

Wie verwertest Du die Äpfel aus dem EDELCHRÜSLER Sortengarten?

Zusammen mit dem Obst von den übrigen Bäumen, die ich bewirtschafte, gelangen sie als Mostobst in den Handel. Für den Eigenbedarf behalte ich 400 Liter.

Da im Chilpen nicht nur alte Bäume stehen, hast Du wohl einiges zu tun mit der Mausbekämpfung….

Ja, ohne Mausbekämpfung ist es nicht möglich, die jungen Bäume aufzuziehen! Deshalb erfordert die Mausbekämpfung einen alljährlichen Einsatz. Bis heute konnte ich so alle Bäume erhalten.

Wie wird die Parzelle mit den Bäumen sonst genutzt? (Unternutzen?)

Der Chilpen ist ein grosses Naturschutzgebiet und direkt neben meinem Obstgarten liegt der Orchideenstandort von nationaler Bedeutung. Im Gesamtkonzept dieser für die Natur sehr wertvollen Landschaft bewirtschafte ich den Baumgarten als Magerwiese.

Ein Blick in den Baumgarten im Chilpen zeigt gut gepflegte junge und eindrückliche alte Bäume. Was hast Du für eine Beziehung zu den Bäumen?

Einzelne der alten Bäume stammen noch von meinem Grossvater und manche natürlich von meinem Vater. Von den insgesamt 300 Bäumen die ich bewirtschafte habe ich einen bedeutenden Anteil selbst gezogen. Die Bäume sind für mich sowohl ein Teil, der zu unserer Baselbieter Landschaft gehört als auch ein wichtiger Teil des landwirtschaftlichen Erwerbs. Mit Hochstammbäumen habe ich am Dorfeingang einen landschaftlichen Akzent gesetzt und an einem anderen Ort habe ich eine Baumreihe als Vernetzungselement gepflanzt.

Wir haben im Vertrag vereinbart, dass die Bewirtschaftung nach den Vorgaben des Kantons in der Weise erfolgt, dass Beiträge für ökologischen Ausgleich gemäss der entsprechenden Verordnung ausgerichtet werden können. Hat sich diese ökologische, bzw. biologische Bewirtschaftung bewährt?

Ja, die ökologische Bewritschaftung ist ohnehin ein tragendes Element meines kontrollierten Bio-Betriebes. Da ich neben dem Kernobst auch einige Kirschbäume besitze, erachte ich es als wichtig, dass bei den Beitragsbedingungen ein differenziertes System angewendet wird, um beispielsweise die problematische Pilzkrankheit Monilia in Schach zu halten.

Du beschäftigst dich ja nicht ausschliesslich mit Bäumen...

Obstbau ist mein Haupterwerbszweig. Dazu besitze ich eine Mutterkuh-Herde mit insgesamt 23 Stück Vieh. Auf 3,5 Hektaren Acker baue ich Saatgetreide an und auf 70 Aren pflanze ich Kartoffeln. Von den Produkten gehen etwa 80 Prozent in den Biohandel und rund 20 Prozent vermarkte ich direkt.

Als Obstbauer stellt sich bestimmt auch die Frage nach der Zukunft des Hochstammobstbaus im Baselbiet.

Ich selbst halte es so, dass ich für jeden alten Baum der gefällt werden muss einen jungen Baum pflanze. Bei den Kirschen achte ich darauf, schüttelbare Sorten zu pflanzen, die eine weniger aufwändige Ernte ermöglichen.

Gibt es aus Deiner Sicht längerfristig einen Markt für Bio-Produkte ab Hochstammbäumen?

Für Mostobst dürfte auch längerfristig eine Absatzmöglichkeit bestehen. Bei den Tafel-Kirschen, die mit Knospen-Anerkennung auf den Markt kommen und einen akzeptablen Produzentenpreis erzielen, zeigt sich der Grosshandel mit immer wachsenden Ansprüchen an grosse Früchte und lange zum Voraus festgelegten Annahmezeitpunkten als Problem. Im Rahmen meines eigenen Betriebs bietet mein Selbstbedienungsladen hier in Diegten ab Mitte Januar 2010 eine weitere Möglichkeit zum Verkauf der Produkte.

Vielen Dank für das Gespräch sowie Deinen Einsatz!
Martin Furter

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